Nach ihrem sehr erfolgreichen Solo-Debüt im Jahr 2019 hatte Charlotte Brandi jede Menge Pläne, wie es weitergehen sollte. Und dann kam Corona. Und alles wurde anders. Erstmals veröffentlicht Charlotte Brandi nun mit ihrer EP „AN DAS ANGSTLAND“ am 4. Dezember deutschsprachige Stücke – und die strotzen nur so vor Eigenwilligkeit und Stärke. Im Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 findet Brandi in einem lahmgelegten Berlin erstmals die lang ersehnte Ruhe, sich intensiv dem Schreiben von deutschen Texten zu widmen. Dabei kann sie auf jahrelanges Dichten von Lyrik und eine gewisse Affinität zu deutschem Rap zurückgreifen. Wie ein unbemerkt gereifter Apfel fällt Brandi nun die Entscheidung, einige ihrer Gedichte zu vertonen, in den Schoß. „Das macht unheimlichen Spaß, weil es eine erstaunliche Kraft hat, in der Muttersprache zu texten“, beschreibt Brandi das Öffnen der Tür zu diesem Neuland.

„AN DAS ANGSTLAND“ ist ein Vierklang, bestehend aus vier Stücken, die Anfang, Mitte und Abschluss bilden. Gleich in der ersten Single, „WIND“, die im August erschien, ist eine Entrücktheit zu spüren; Brandi zeichnet hier das Bild, sich in eine Pflanze zu verwandeln, da das Leben um sie herum nicht mehr genug „Saft“ herzugeben scheint. Für diesen Aufschlag hat sie sich keinen geringeren als Dirk von Lowtzow ins Boot geholt, der begeistert einwilligte, Brandis betörendem Text seine unverwechselbare Stimme zu leihen.

Im zweiten Lied – „FRIEDEN“ – behandelt Brandi die Frau als erzählendes Subjekt; als Ich-Erzählerin beschreibt sie das Gefühl einer Frau, die, von männlichen Subjekten umgeben, diese um ihre Pole- Position beneidet. Sie soll in einem „immer kurz davor“ verharren, wenn sie sich eigentlich wünscht, von „den Jungs auf dem Schulhof“ als gleichwertig akzeptiert zu werden. „FRIST“ erzählt wortwörtlich von einem „Selbstverlust“, der aus Liebe erlitten wird: Eine Frau, die sich in einer ungesunden Beziehung schier auflöst, die sich für ihren Partner hingeben will, obwohl diese Liebe sie letztendlich nur auslaugt und schädigt. Das „Absitzen“ einer Beziehung, der Faktor Zeit, das Warten auf Besserung, auf Änderung und schlussendlich die Erkenntnis, dass der andere nichts an der Lage ändern wird, weil er im Grunde davon profitiert – all das steckt in diesem fast zynisch zuckrigen Popsong.

Der Zyklus von „AN DAS ANGSTLAND“ endet mit dem Lied „WUT“. Zart und fast engelsgleich besieht sich Brandi dieses menschliche Gefühl von außen, sieht die Wut über Täler fliegen und unter sich alles versengen. Wunderschön und gläsern umgibt Brandis Lied eine Zerbrechlichkeit, die den Hörer ahnen lässt: Im Grunde dient „Wut“ dem Menschen als Benzin
zum Weiterleben, in den Momenten, in denen „Trauer“ zu schwer zu ertragen wäre…Wie die vier Jahreszeiten stehen „WIND“, „FRIEDEN“, „FRIST“ und „WUT“ für die vier Kapitel der weiblichen Menschwerdung.

Die Singles wurden in der deutschen Medienlandschaft begeistert aufgenommen, laufen bereits bei Radiosendern wie DLF Kultur, FluxFM, radioeins, EgoFM, Bayern 2 oder FM4 und wurden bei Tastemakern wie Spiegel Online „Abgehört“, Diffus und Musikexpress gefeatured. Charlotte Brandi bekam nach einer musikalisch geprägten Kindheit und ebenso musikalisch umtriebigen Jugend 2008 am Landestheater Tübingen ihr erstes musikalisches Engagement. In der baden- württembergischen Universitätsstadt gründete sie das erfolgreiche Indie-Pop-Duo Me and My Drummer, das 2012 und 2016 mit „The Hawk The Beak The Prey“ und „Love Is A Fridge“ zwei hochgelobte Alben veröffentlichte. Brandi komponiert, spielt Gitarre und Keyboard und verlieh der Band mit ihrer unverkennbaren Stimme einen ganz eigenen Sound. Nach ca. 300 Konzerte in ganz Europa, darunter in Städten wie Reykjavik, Paris, London und Amsterdam, trennte sich die Band 2018.

Charlotte Brandis bereits parallel geschriebenes Solo-Album „The Magician“ erschien Anfang 2019. Die Multiinstrumentalistin erwies sich hier erneut als großartige Singer/Songwriterin und Storytellerin. Ihre ersten eigenen Aufnahmen erreichten sofort internationales Format.

Damit alles reibungslos abläuft, findet ihr unsere aktuellen Hygiene- und Sicherheitsregeln hier: https://schanzenzelt.de/hygiene/

Gefördert von: der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Initiative Musik & Neustart Kultur

Share

01_Foto_CharlotteBrandi_Helen Sobiralski