Mensch, Maschine, Menschmaschine? Wer spielt eigentlich den Flügel hier? Eindeutig zu beantworten ist das bei Grandbrothers nicht, weil ein Computer und eine selbstgebaute, über die Jahre verfeinerte Apparatur im Spiel sind, die Hämmerchen auf das Instrument abfeuert. Wodurch der Flügel zu einer Art Cembalo oder gleich zu einer Drum Machine werden kann. Ihre Musik befindet sich in transition, sie markiert die Möglichkeiten einer Verschiebung von Bedeutungen, die mit einem traditionell dem Bildungsbürgertum und der Klassik zugeordneten Instrument möglich geworden sind. Gleich vorweg: mit Neoklassik hat das dann aber nicht so richtig zu tun.
Bei den Grandbrothers gehen Beschränkung und Vielfalt immer neue, komplexe wie auch melodieverliebte Verbindungen ein. Ihren Ursprung hat die Musik – jeder Ton, jedes Geräusch – auch auf dem neuen Album von Erol Sarp und Lukas Vogel immer noch im Klang eines einzigen Instruments: Das ist ein Konzertflügel, der in ihrem Studio in Bochum steht. Der aber dann, weil so ein Instrument ja nicht mal eben in die Jackentasche zu stecken ist und von A nach B transportiert werden kann, auf Live-Bühnen von immer anderen Flügeln ersetzt wird.

 

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