Treffen sich zwei Gitarristen im Catering. Der eine ist Anfang 20 und muss gleich auf die Bühne. Der zweite ist über 70, Rock-and-Roll-Hall-of-Famer. Draußen 12000 Leute, die auf ihn warten. „Guten Appetit“, sagt der Junge mit Glatze und Blümchenmusterjacke zum Grammy-Gewinner, „die Suppe ist super. Würden Sie meine Stratocaster signieren?“ Perplex von so viel Lässigkeit will der Star schon schwungvoll seinen Namen aufs Schlagbrett schmieren – da unterbricht ihn der Junge. „Halt! Schreiben Sie klein auf der Rückseite, bitte. Muss ja nicht jeder sehen.“

Dann geht der Junge auf die Bühne und heißt übrigens HALLER: Den Namen sollten Sie sich merken. Denn der 26- jährige Mittlerweile-Berliner ist ein Star; auch wenn Sie das noch nicht wissen. Unter dem Radar hat HALLER zwei selbstbewusste EPs veröffentlicht. Die Beats sind eingängig kantig, die Texte ergreifend persönlich, zerbrechlich und sitzen doch immer perfekt auf dem Rhythmus. Pop-Gesten küssen Minimalismus bei HALLER: „Ich seh nicht ein, was ich dazu noch erklären soll.“

Für sein kommendes Debüt-Album zog sich HALLER zurück in ein Bauernhaus im Niemandsland. Fernab der Metropolen spielt er Rhythm and Blues Drums, Funk-Bässe und minimalistische Gitarren, Track für Track, alles selbst aufs Band. Dazu singt er so geschmeidig auf den Punkt, am ehesten noch wie Frank Ocean trägt er die Kopflage bis runter zum Bass und den Text direkt in Ihr Ohr.

Stellen Sie sich HALLER egotechnisch aber eher als Tiefstapler vor, als Anti-Drake. HALLER sucht das Klare und Wahre, macht es ohne Angst vor Direktheit so einfach wie möglich und findet im Realismus sein unerschütterliches Grundvertrauen in die eigene Sache. Kurz: Er kann es sich leisten, sympathisch zu sein.

ICH HAB EIN MÄDCHEN. ICH HAB EIN MÄDCHEN, DAS GUT ZU MIR IST.
Hier sind die Gefühle und Haltungen so klar, wie Sie sich Gefühle und Haltungen im echten Leben wünschen. Und HALLER macht sie wahr. Mit seiner „Neuen Einfachheit“ pfeift er auf den scheinbar doppelten Boden, steht mit beiden Beinen auf dem Grund: „Wir haben genug im Dreck gewühlt und jetzt haben wir es uns verdient, auch mal angekommen zu sein.“

Bald kommt HALLER auch bei Ihnen an, und vor seiner Bühne ist noch Platz. Er wird nicht schreien, er wird nicht betteln, er wird es Ihnen nicht zweimal sagen. Sie sind herzlich eingeladen. Klein, auf der Rückseite: HALLER – den Namen sollten Sie sich merken.

 

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